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... Schafe, Elfen und Kinder haben es mir angetan ... meine kleinen Gute Nacht Geschichten sind sicherlich nicht immer bis ins letzte Detail durchdacht, weil ich ich sie aus dem Stegreif schreibe, wenn es mir gerade einfällt, jedoch ich bin sicher, dass kleine Kinderschafe das verstehen, und womöglich auch die grossen ... *lächel* ...

Wunsch...frei

 

Müde und durchgefroren trottete das kleine Schaf durch den verschneiten Wald. Gelegentlich hob es den Kopf und schnupperte in der kühlen Luft, ob da nicht vielleicht die klitzekleine Spur eines bekannten Geruches wäre, aber vergebens. „Was bin ich auch so neugierig“, dachte es insgeheim, „so ein Spalt in der Bretterwand des Stalles kann natürlich eine Einladung sein, aber muss es ja nicht!“ „Ich konnte doch nicht ahnen, dass auf der Weide so ein Schneegestöber herrscht, und ich die Wolle nicht vor Augen sehe!“ Das kleine Schaf schüttelte sich bei dem Gedanken an die vielen großen weißen Kristalle, die wie eine riesige Herde winziger Schafe vom Himmel gefallen waren, und jegliche Orientierung unmöglich gemacht hatten. „Ich bin auch so ein Doofschaf!“ Traurig senkte es den Kopf und stapfte weiter durch das Dickicht. Überall auf dem verschneiten Waldboden waren Spuren zu sehen, aber die Tiere dazu schienen wie vom selbigen verschluckt. „Wenn ich doch nur jemanden nach dem Weg zurück fragen könnte“, seufzte es, und eine klitzekleine Träne löste sich aus den dunklen Augen, kullerte die schwarze Nase entlang und schmeckte salzig, als das kleine Schaf sie mit seiner Zunge behutsam ableckte. Kein noch so kleiner Krabbelkäfer kreuzte den Weg, der vielleicht Auskunft hätte geben können, und an Schmetterlinge war in dieser Jahreszeit wohl gar nicht zu denken. „Ach, hätte ich doch nur einen Wunsch frei ...“, so sprach LittleSchaf mit sich selbst, „ein wenig, wie im Märchen, dann wüsste ich, was ich mir wünschen würde!“ .....

Gerade, als es sich ein wenig zwischen zwei Baumwurzeln zum Ausruhen niederlegen wollte, da fielen überraschend mehrere Schneeflocken von den Wipfeln herunter, und erschrocken blökend machte das kleine Schaf einen Satz zur Seite. „Brrr, gut, dass ich so wollig bin“, dachte es bei sich, und beobachtete interessiert, wie eine doch recht große Flocke direkt vor seiner Nase schweben blieb. Irritiert kratzte sich LittleSchaf am Kopf (Anm. des Verfassers: ... in meinen Geschichten geht das ...), und nahm verblüfft wahr, wie der Eiskristall kleine durchsichtige Flügel entfaltete, und sich am Ende der Verwandlung als kleine, ziemlich griegrämig wirkende Elfe entpuppte, die hyperaktiv mit den grün schimmernden Flatterdingsdas schwirrte: „Sag mal, Doofschaf, hast Du noch alle Wolle um Dich rum? Ich sitze gemütlich mit meinen Freundinnen beim Elfenpunsch, und Du hast nichts besseres zu tun, als bei dieser Eiseskälte Freiwünsche anzufordern?“ „Ich, ich, ich ...“, stammelte das kleine Schaf. „Ich, ich, ich, mehr fällt Dir nicht ein? Hat Deine Mama Dir nicht beigebracht, dass kleine Schafe um diese Jahreszeit nichts im Wald verloren haben?“ schlotterte die handtellerkleine Elfe im Takt ihrer Flügel. „Doch natürlich, und ich weiß ja auch, dass ich mich doof benommen habe, aber deswegen brauchst Du mich ja nicht gleich so anzubrüllen, äh, zu piepsen“, wurde LittleSchaf ein wenig bockig, um nicht zu sagen zickig. „Ist schon gut, war nicht so gemeint“, entschuldigte sich die Elfe, „aber weißt Du eigentlich, wie ich aussehe mit einer Gänsehaut? Das ist total krass eklig!“ „Ich heiße übrigens Culdilwen“, flatterte die Elfe, „und Du hast einen Wunsch frei!“ Das kleine Schaf strahlte aus den schwarzen Knopfaugen: „Wirklich, einen Wunsch frei?“ „Na wenn ich es doch sage! Wäre schön, wenn Du ihn beizeiten parat hast, damit ich mich hier nicht noch in einen Schneeball verwandle“, nickte ihm Culdilwen wesentlich freundlicher zu. „Heim möchte ich, nur heim!“ Culdilwen lachte: „Manchmal kann ich, glaube ich, Gedanken lesen. Dein Wunsch wird erfüllt. Gehe einfach los, egal in welche Richtung, und Du bist bald daheim. Ich mache mich jetzt auf die Flügel, sonst wird mein Punsch noch kalt! Machs gut, kleines Doofschaf, und höre nächstes Mal mehr auf Deine Mama. Tschööö........!“ „Danke, Kuh, ähm Kull, hm Kulti, ach danke, Elfe, danke“, rief LittleSchaf noch, aber die Wunschelfe war schon auf und davon. „Ich habe doch nicht geträumt?“, zweifelte das kleine Schaf, machte sich jedoch nach kurzem Zögern dann doch auf den Weg. Und, tatsächlich, schon nach wenigen Metern lichtete sich der Wald, natürlich wie durch ein kleines Wunder * lach * hatte das Schneegestöber nachgelassen, und die heimatliche Wiese lag in greifbarer Nähe. LittleSchaf drückte sich unter einer Zaunlatte hindurch, und hüpfte hastewaskannstewas in Richtung Hof. Von weitem schon konnte es das vertraute Muuh der Kühe hören, und die Vorfreude auf den warmen Stall vertrieb ein wenig das schlechte Gewissen. Schnell hatte das kleine Schaf den Spalt wiedergefunden, und war ziemlich sehr froh, dass es immer noch hindurch passte. „Mama“, rief es, und stürmte auf die Mutter zu, die seit Stunden besorgt auf und ab gelaufen war. „Mama, es tut mir leid, so leid, aber wenn ich dir das erzähle, was ich erlebt habe ....“, fiel es schwer atmend ins Stroh, „das glaubst du mir nicht! Nie, nie, nie!“ Die Mutter lächelte erleichtert und ließ sich neben LittleSchaf im Stroh nieder: „Weißt du was? Jetzt ruhst du dich erst einmal aus, und über alles andere reden wir morgen, denn ich habe dir auch noch was zu sagen!“ „Ich weiß, Mama, es war nicht bös gemeint“, kuschelte sich das kleine an das große Schaf. „Es war nicht bös gemeint“, murmelte es noch einmal, schloss kurz darauf die schwarzen glänzenden Augen, und schlummerte Augenblinzeln später glücklich und wunschfrei ein ...... (© 2004 boonesike)

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